Heinrich Sonneck

FOX von MPX als Experimental Modell

Zeichnet sich ein neuer Trend am Modellbauhimmel ab? Sind wir um eine neue Variante reicher geworden? Indoor goes Outdoor? Jede Menge Umbauvorschläge z. B. des „FOX“ finden sich im Internet. Nurflügel, Canard, Motorsegler mit Zug- und Druckschraube sogar Doppeldecker ähnliche Fluggeräte wurden schon gesichtet.

Kreativität pur: Man nehme ein oder zwei Wurfgleiter aus Elapor, Komponenten vom Saalflug wie zwei oder drei 9 mm Servo, BL-Außenläufer, BEC Regler, Elapor Superkleber, CFK Profilhalbzeug und klebefreudiges Filament-Klebeband. Mehr braucht es nicht für ein quirliges „Immer-Dabei“ Kleinmodell.

Elapor Wurfgleiter sind kostengünstig im Fachhandel oder manchmal auch im Supermarkt erhältlich. Achtet jedoch darauf, dass die Tragflächen-Endkante spitz ausläuft. 5mm dicke Endkanten sind unbrauchbar. Der „FOX“ von MPX erfüllt dieses Kriterium.

Dem möglichen Trend folgend habe ich eine zweimotorige Doppelrumpf Version LB19 (Low Budget) gebaut welche mit etwas Fantasie einer P-38 Lightning ähnlich sieht. Die Wendigkeit und Silhouette des Modells und vor allem der Sound der synchron laufenden Motoren begeistert mich immer wieder.

 

Rumpf

Die Kabinenhauben wurden so weit wie nötig ausgehöhlt. Die Rumpfspitzen knapp vor der Kabinenhaube kappen. Dabei den Motorsturz von 2,5° und 0° Seitenzug berücksichtigen. Die Rümpfe zur Aufnahme von Akku und Regler ausräumen. Ein Kugelraspelfräser hat sich dazu bewährt. Motorträger aus einer Epoxyplatte 1 mm fertigen, ankleben, am Rumpf abbohren und mit je 5 Stk. CFK Stäbe 50 x 1mm verstiften und verkleben. Am Rumpf je 3 Stk. CFK Leisten 100 x 4 x 1mm seitlich und an der Rumpfunterseite ankleben und mit dünnem geschmeidigen Filament-Klebeband überkleben. Die Steifigkeit des Rumpfes steigt dadurch enorm.

 

Tragflächen

Die Tragflächen so abschneiden, dass eine komplette linke Tragflächenhälfte mit einem rechten Flächenstummel entsteht und umgekehrt. Der axiale Mittenabstand  der beiden Rümpfe sollte nach dem Zusammenbau ca. 150 mm betragen. Verklebte Flächen auf der Unterseite mit einem Handsägeblatt einritzen und  2 Stk. CFK Leisten 500 x 4 x 1 mm hochkant einkleben. Die Querruder 130 x 17 mm wurden wegen der Stabilität aus Balsa gefertigt. Die Scharnierung erfolgte mit Filament-Klebeband. Die Servoschächte auf der Tragflächenunterseite so tief ausgehöhlen dass das Servo bündig abschließt. Die Tragflächen Oberseite bleibt dabei unbeschadet. Zur Fixierung das Servo mit Filament-Klebeband überkleben. Die spielfreie Anlenkung mittels CFK Stab 1mm und Schrumpfschlauch habe ich mir bei Indoor Modellen abgeschaut.

 

Höhenruder

Beide Höhenruder abschneiden und zusammen kleben. Der Mittenabstand sollte ebenso 150 mm betragen. Auf der Unterseite einritzen und eine CFK Leiste 250 x 4 x 1 mm hochkant einkleben. Das Höhenruder 110 x 20 mm ebenso aus Balsa fertigen und mit Filament-Klebeband anscharnieren. Das Höhenruderservo findet an der Rumpfaußenseite seinen Platz und ebenfalls mit Klebeband fixieren. Die Ruderanlenkung erfolgt über eine CFK Stange 2 mm an der Ruderunterseite.

 

RC-Einbau

Jedem Motor und Ruder wurde einen Kanal zugeordnet. Um den Drehmoment der Motoren auszugleichen drehen die Motoren gegenläufig. Standesgemäß der linke Motor nach links. Wer über einen Mini 4 Kanal Indoor Empfänger verfügt kann sich auch mit Y-Kabel behelfen. Ich möchte aber auf die geringere Reichweite dieser Empfänger hinweisen. Meinen 7K Empfänger habe ich auf der Tragfläche befestigt und mit GFK-Schalen (Positiv laminiert) verhüllt.

 

Schwerpunkt  und Ruderausschläge

Der Schwerpunkt befindet sich laut Faustregel im vorderen ersten Drittel der Flächentiefe, beim „FOX“ sind es 33 mm ab der Profilnase. Damit fliegt das Modell auch bei starkem Wind wie auf Schienen. Als Ballast verwende ich Rundaluminium 10 mm welches ich beidseitig in die aufgebohrten Rumpfenden einschiebe. Die Ruderausschläge richten sich nach Flugerfahrung und Vorliebe des Piloten.

 

Fliegen

Der Erstflug endete Sekunden später im Rübenacker da ich die Wirkung der Ruder unterschätzt hatte. Es sollte mind. 70% Expo bei Quer- und Höhenruder programmiert werden.

Zügiges Fliegen und Landen dienen dem Überleben des Modells. Das Modell braucht nicht geschont zu werden, es will nicht parken sondern laufen. Einfacher Kunstflug und schnelle Manöver sind kein Problem. Im Durchschnitt fliege ich mit den Akkus 7-8 Minuten, danach fordern Konzentration und Reflexion ohnehin etwas Entspannung. Ich wünsche euch viel Spaß.

 

Technische Daten

 

Typ                  Experimental Motormodell 2 motorig

Bauweise        Elapor, Balsa

Rumpf            Segler „FOX“ Multiplex Modellsport

Tragfläche      Segler „FOX“ Multiplex Modellsport

Leitwerk          Segler „FOX“ Multiplex Modellsport

 

Abmessungen

Spannweite     640 mm

Länge              485 mm

Gewicht          380 Gramm

 

Verwendeter Antrieb

 

Motore            AXI 2204/54

Propeller         4,75 x 4,75 rechts

                        4,75 x 4,75 links

Regler             Pichler XQ-6 LT

Akku               Hacker TopFuel ECO-X  LiPo  S3 / 350 mA

 

Verwendete Komponenten

Sender            Futaba FX-30

Empfänger     Modster QuickSky S7

Quer               HS40

Höhe               HS40

Filament-Klebeband Scotch® Transparent

Conrad Electronic Bestell-Nr.:

2145071 - U3

 

 

 

BILDBESCHREIBUNG

 

ANSICHT                      Doppel-Rumpf Modelle sind eher Raritäten auf unseren Flugplätzen

DISTANZ                       Ein paralleler Rumpfabstand ist Voraussetzung für gute Flugeigenschaften

FLÄCHE UNTEN           Flächenversteifung mittels CFK Holme. Die Servokabel laufen zentral beim Empfänger zusammen

MOTORTRÄGER         Eingeklebte CFK Stifte bewirken eine steifere Rumpfnase

RUDERANLENKUNG  Die geniale spielfreie Anlenkung ist Indoor Standard

RUMPF INNEN             Hier wäre sogar noch Platz für einen Mini Empfänger

TRIMMGEWICHTE       Die Länge der Trimmgewichte bestimmt den Schwerpunkt

Wir 5                               Nachwuchspilot David und ich sind auch von den E-Seglern begeistert.