BFR-Freiflug Fuss Helmut

Bericht Freiflug WM Lost Hills, 17.- 22 Oktober 2019

14. bis 16. 10.2019

Die Erwartungen waren hoch, ein kompaktes Team, alle Klassen voll besetzt aber nur 6 Teilnehmer am Start. Gerd startet in F1A, B und C, Luca in A und C, ich bin TM und fliege in A, Franz fliegt B und ist TM-Assist. Ein gewisses Problem stellen fehlende Helfer dar, es ist in Österreich niemand bereit, auf eigene Kosten noch Kalifornien zu fliegen, sich dort 8 Tage zu verköstigen, nächtigen, um fremden Modellen nachzulaufen. Ich habe zu diesem Zweck ein Golfcart angemietet. Bis auf Gerd und Luca sind alle zwischen 10. und 14. Oktober in Lost Hills eingetroffen. Ist gewissermaßen auch nötig, da die Bauprüfungen bereits für 15. und 16. angesetzt sind. Wir sind am 15. um 10.00 Uhr vormittags dran. Ich vereinbare einen gesonderten Termin für Gerd, Luca und Marco am 17. vor der Eröffnung, die beiden wollen mittwochs Abend kommen und haben auch Marcos F1C Modelle mit im Gepäck.

Gegen Mittag dann ein Anruf von Gerd, er und Luca können wegen aus beruflichen Gründen nicht kommen. Unsere Stimmung ist schlagartig ´im Keller´, besonders bei Marco, der selbst nichts mitgenommen hat und nun ohne Modelle hier ist. Was können wir jetzt noch machen? Ich selbst habe 6 Modelle in der Kiste, darf aber nur 4 einchecken. Wir beschließen, dass Franz zusätzlich in F1A startet, Marco ebenfalls in F1A statt F1C. Gerd hat von zu Hause aus weitere Modelle von einem befreundeten amerikanischen Modellflieger organisiert. So hat jeder der beiden 2 Modelle zur Verfügung. Ich unterbreite der Wettbewerbsleitung diesen Vorschlag, wird akzeptiert, beide können in F1A starten, extra Termin für die Bauprüfung Donnerstag vor der Eröffnung. Die Zeit bis dorthin nutzen wir zum Training, die beiden müssen sich auch noch auf die bis dahin für sie unbekannten Modelle einstellen.

17.10.2019

Eröffnung der WM um 14.00 Uhr, die Kontrolle der Modelle vorher war ok., die Ansprachen sind erfreulich kurz gehalten, anschließend werden Snacks und Getränke angeboten. Anschließend fahre ich nochmals auf das Gelände, ich vergewissere mich ob das vorbestellte Golfcart da ist. Am Abend ist Teammanager Meeting, ich komme daher etwas spät zu Bett.

18.10.2019

F1A Tag, ich bin schon knapp nach 6.00 Uhr am Gelände, Franz und Marco kommen etwas später. Es ist ziemlich kalt, 8 – 9 Grad Celsius. Dietmar kommt knapp nach 7.00 Uhr – ohne Golfcart, er berichtet, der Vermieter hat ihm gesagt, dass zu wenige geliefert wurden und andere Nationen beim Abholen früher dran waren. Das hat gerade noch gefehlt. Jetzt müssen alle selbst ihre Modelle zurückholen mit Ausnahme von mir, als Mannschaftsführer muss ich an der Startstelle bleiben bis alle von uns unsere Flüge beendet haben, da ich das Zeitnehmerprotokoll unterschreiben muss.  Einige Male hat mir Franz ausgeholfen, darf er, da ja TM-Assist.

Ich starte als erster, Start ok, sieht gut aus. Nach 2 min. hat das Modell kaum Höhe verloren, 4 min. sollten kein Problem sein. Leider war es das dann auch schon, jetzt beginnt das Modell stark zu sinken, nach 3 min. 27 sek. liegt es am Boden. Aus mein Traum vom Fly-off. Marco und Franz erwischen bessere Luft und fliegen ein sicheres Max. Die Durchgänge 2 und 3 fliegen wir alle mehr oder weniger sicher voll, wobei der3. Durchgang sehr anspruchsvoll ist. Kaum Aufwinde zu finden, wir haben oft Mühe, die Modelle an der Leine oben zu halten. Im 4. Durchgang erwischt es dann mich nochmals und auch Marco. Beide geraten wir an eine Windhose. Diese bilden sich nun vermehrt auf dem Gelände aus und sind nicht vorhersehbar. Ich bin binnen 7 sek. von 40 m. auf 0, Marco hat es noch schlimmer erwischt, sein Modell geht im Spiralsturz binnen weniger Sekunden aus 150 Metern zu Boden und ist beschädigt. In 5. Durchgang verliert Marco noch ein paar Sekunden, da das in ruhiger Luft eingestellte Modell in der vorherrschenden turbulenten Luft leicht pumpt. Franz und ich fliegen sicher voll, besonders ich schicke jetzt, wo es eigentlich um nichts mehr geht, Dietmar im wahrsten Sinn des Wortes in die Wüste. Im 6. Durchgang verliert Franz ein paar Sekunden, dies hat ihn anscheinend so frustriert, dass er den 7. total verhaut. Marco und ich fliegen beide sicher voll. Das Ergebnis ist trotzdem ziemlich ernüchternd. In diesem Klassefeld wird der Verlust jeder Sekunde gnadenlos bestraft. 33 Teilnehmer haben das Fly-off erreicht, eigentlich wenig, es zeigt aber wie tückisch die Bedingungen waren. Drei davon haben auch das 2. Stechen voll geflogen, so dass am nächsten Morgen ein 3. Stechen nötig war. Weltmeister wurde der Rumäne Constantin Brinzoni vor dem Tschechen Dusan Fric und dem Schweizer Christian Andrist. Unsere Platzierungen sind 64. ich,  75. Franz und 82. Marco, in der Mannschaftswertung wurden wir 26. von 38 Teams.

19.10.2019

Heute bin ich wieder um 6.00 Uhr am Platz, zu so früher Stunde klappt es mit dem Golfcart. Nach und nach trudelt der Rest des Teams ein. Gleich vorweg, Dietmar hat 7 perfekte Flüge hingelegt und sicher das Stechen erreicht. Franz hatte ein wenig seine liebe Not. Um den 1. Start ja richtig zu machen hat er wohl ein wenig zu viel Energie verwendet und ihn so ziemlich verschmissen. Die erflogenen 95 sek. waren die zweitschlechteste Zeit im 1. Durchgang. Bis auf den 5. Durchgang, wo Franz nochmals 69 sek. liegenließ, flog er eigentlich sicher voll. Trotzdem reichte das nur für den 90. Rang von 97 Teilnehmern. Pünktlich um 16.30 begann das Stechen, heute mit 41 Startern. Und jetzt zeigte sich auch heute die Tücken dieser vorherrschenden, trockenen Luft. Lediglich 11  Teilnehmer erreichten das 2. Fly-off, Dietmar war leider nicht dabei, er erreichte den 38. Rang. Drei davon flogen auch die geforderten 8 Minuten, sodass auch diesmal ein weiteres Stechen am nächsten Morgen nötig war. Weltmeister wurde hier der Franzose Michael Rigault vor dem Deutschen Andreas Gay und dem Rumänen Marian Popescu. In der Mannschaftswertung erreichten wir hier Rang 32 von 34, allerdings mit nur zwei Teilnehmern.

20.10.2019

Heute ist F1C Tag. Wir haben nichts zu tun, da wir ja leider keinen Teilnehmer an den Start bringen konnten. Jeder von uns verbringt die Zeit nach eigenem Gutdünken, relaxen, Sightseeing, shoppen etc.

 

 

21.10.2019

Heute ist Reservetag. Der wird auch benötigt, zumindest am Morgen. 11 F1C Piloten gehen ins entscheidende Fly-off. Wir haben uns entschlossen, den Sequoia Nationalpark zu besuchen. Beeindruckend, diese Baumriesen mit Höhen von über 80 Metern und einem unteren Stammdurchmesser von 5 bis 6,5 Metern.

22. 10.2019

Heute ist Siegerehrung und Abschlußzerimoniell. Alles erfreulich kurz gehalten, schon wegen der hohen Temperatur. Am Abend, Beginn 17.00 Uhr das Bankett im Buck Owens Crystal Palace in Bakersfield. Ein im Stile eines Westernsaloons gehaltenes Gebäude, das einst im Besitz des bekannten Countrysängers Buck Owens war. Zu seinen Ehren ist dort auch ein Museum über sein Wirken eingerichtet. Auch ein bekanntes Cadilac Kabrio gibt es dort zu sehen, das er seinem ursprünglichen Besitzer Elvis Presley beim Kartenspiel abgenommen hatte. Für alle Teilnehmer gab es nach Bedarf Shuttlebusse dorthin. Es wurde hervorragendes Essen aufgetischt, als Hauptgericht eine Kombination aus einem ordentlichen Steak und Hühnerfilet, bis 19.00 Uhr waren alle alkoholischen Getränke inclusive. Wir wurden sogar noch 10 Minuten vorher darauf hingewiesen, so dass jeder noch ausreichend ordern konnte. Musikalische Unterhaltung gab es von einer sechs Mann starken Country Band. Ein sehr gelungener Abschluss dieser Veranstaltung, der in so manchem den Wunsch auf einen weiteren Aufenthalt in diesem Land erweckte.

 

 

Fuss Helmut

Mannschaftsführer und BFR-Freiflug