Stefan Huss

Vorbericht zur Jet WM 2019

Vorbericht zur Jet WM 2019

Worum geht es bei der WM?

Verantwortlich für die Jet WM 2019 sind das International Jet Model Committee (IJMC) und die Chinese Society of Aeronautics and Astronautics (CSAA). Die Regeln werden vom IJMC vorgegeben. Allgemein kann gesagt werden, dass es eine reine Scale WM ist. Zugelassen zur WM werden Modell mit einem max. Leergewicht von 20Kg, welche von einem Strahltriebwerk angetrieben werden. Impeller sind hier ebenso regelkonform wie Strahltriebwerke. Für die Bewertung werden die Modelle in 2 Gewichtsklassen, bis 13,5Kg und bis 20Kg, unterteilt.

Die Bewertung der Modelle und Piloten erfolgt in der Baubewertung und in der Flugbewertung. Bei der Bauwertung wird die originaltreue des Modells am Boden bewertet. Hier zählen originaltreue der Silhouette, der verwendeten Farben, der Details usw.

Für die Flugbewertung gibt es einen Figurenkatalog. In diesem Katalog sind Figuren nach sechs verschiedenen Kategorien aufgeführt. Aus diesem Katalog stellt sich jeder Pilot sein Flugprogramm zusammen, indem er aus jeder Kategorie eine Figur auswählt. Dabei ist darauf zu achten, dass diese Figur auch vom Original des Modells geflogen werden konnte.

Zusätzlich zu den gewählten Figuren werden noch der Start und die Landung bewertet. Zu guter Letzt gibt es noch einen Bewertungspunkt „Realism in flight“. Damit wir der gesamte Flug auf seine realitätsnähe in Bezug auf das Original bewertet.

 

Allgemeines

Die dreizehnten Jet World Masters finden von 15. bis 21. Oktober in Rochgcheng, China, statt. Auch Österreich ist mit einem Team von 6 Personen, davon 3 Piloten, vertreten. Die organisatorischen Vorbereitungen für die Teilnahme haben bereits im Frühjahr begonnen. Anmeldeschluss für die Teilnahme war der 30. Juni 2019.

Die Rahmenbedingungen für die WM und den damit verbundenen Aufenthalt werden vom Veranstalter durch die Veröffentlichung von „Bulletins“ bekanntgegeben. Insgesamt werden 3 Bulletins, ca. im 6 Monatsintervall, veröffentlicht. Das neueste Bulletin enthält immer detailliertere Informationen als das vorige und erste dieses daher.

Nachdem der Entschluss der Piloten gefasst war nach China zu fliegen, erfolgte die offizielle Anmeldung. Bald darauf sollten die Flüge und Hotels gebucht werden.

 

Visum

Eine Herausforderung stellte das Visum für die Teilnehmer dar. Da zuvor noch keiner der Teilnehmer in China war, mussten die Visa erstmalig beantragt werden.

Seit dem 17. Dezember 2018 muss das Visa über das „Chinese Visa Application Service Center" in Wien beantragt werden. Dazu heißt es vorab ein 9 Seitiges online Formular, natürlich in Englisch, auszufüllen und anschließend online einen Termin zu buchen. In weiterer Folge stehet dann, zum vereinbarten Termin, eine persönliche Vorsprache im Visa Application Center am Programm.

Da es viele Vorgaben und Bestimmungen beim Visaantrag einzuhalten gilt, war dies ein sehr zeitaufwändiger Teil der Vorbereitung. Im Nachhinein betrachtet war die ganze Aufregung um dieses Thema jedoch unbegründet.

 

Modelltransport

Neben der Reiseplanung musste auch der Transport der Modelle organisiert werden. Für den Transport hat der Veranstalter eine Spedition beauftragt. Dankenswerter Weise werden die Kosten für den Transport vom Veranstalter getragen, sofern ein maximales Volumen von 1,8m³ eingehalten wird. Da es auch bei den Transportkisten auflagen gibt, wurden diese bei einer Kistenerzeugung bestellt. Damit erhält man auch ein Zertifikat für seine Transportkiste. Der Innenausbau der jeweiligen Transportbox muss auf das jeweilige Modell angepasst sein. Daher wurde diese Arbeit von den Teilnehmern selbst ausgeführt.

Im letzten Bulletin Nr.3, welches am 8. August veröffentlicht wurde, war dann plötzlich die Einschränkung der Transportkisten auf eine max. Länge von 2,4m. Damit hatten unsere Piloten natürlich ein Problem. Einerseits lässt sich ein einteiliger Rumpf mit knapp 3 Meter Länge nicht kürzen oder teilen, andererseits waren zu diesem Zeitpunkt auch die Kisten schon fertig. Nach Rücksprache mit der Spedition wurde aber Entwarnung gegeben, die Länge der Kiste stellt für den Transport kein Problem dar.

Die Spedition holte am 28. August die Modelle der österreichischen Teilnehmer mit einem LKW ab. Von der Spedition werden die Modelle nach Hamburg transportiert, wo sie für den Weitertransport mit der Bahn umgeladen werden. Bleibt zu hoffen, dass alles rechtzeitig zu Beginn der WM am 15. Oktober in Rongcheng eingetroffen ist. Für die Piloten war es sehr komfortabel, dass die Spedition die Transportkisten bei den Teilnehmern abgeholt hat.

 

Teilnehmer

Als Piloten nehmen Hermann Berger und Andreas Vaishor zum 2. Mal an den Worldmasters teil. Hermann wird wieder mit seinem Saab Draken und Andreas mit seiner Fouga Magister an den Start gehen. Hermann Schnell nimmt zum ersten Mal mit seinem Northrop Scorpion teil. Alle Piloten waren schon bei der WM in Finnland, als Pilot oder Helfer, dabei. Damit haben unsere Piloten, was den Ablauf betrifft, schon Erfahrung. Alle Piloten sind Mitglieder des USFC Herzogenburg und verfügen über langjährige Jetflugerfahrung.

Als Helfer werden die Piloten von Anton Kettinger, Josef Schlagenhaufen und Stefan Huss unterstütz. Stefan Huss übernimmt zusätzlich die Rolle des Team Managers.

 

Modelle

Typ:

Potez Fouga CM170 "Magister"

Pilot:

Andreas Vaishor

Hersteller:

Aviation Design

Aufgebaut von:

Andreas Vaishor

WM - Klasse:

20 KG

Länge (cm):

252

Spannweite (cm):

308

Gewicht trocken:

18,8

Modell Scale:

1:4

Antrieb:

Turbine / Kettinger 160N

R/C:

Jeti DS16



Typ:

Saab J35 Ö MKII Draken

Pilot:

Hermann Berger

Hersteller:

Airworld

Aufgebaut von:

Hermann Berger

WM - Klasse:

20 KG

Länge (cm):

286

Spannweite (cm):

194

Gewicht trocken:

19,8

Modell Scale:

1:5

Antrieb:

Turbine / Kettinger 190N

R/C:

Jeti



Typ:

Nothrop F89 Scorpion

Pilot:

Hermann Schnell

Hersteller:

ACR

Aufgebaut von:

Hermann Schnell

WM - Klasse:

20 KG

Länge (cm):

254

Spannweite (cm):

270

Gewicht trocken:

19,6

Modell Scale:

1:6,7

Antrieb:

Turbine / 2 x Jetmunt 100

R/C:

Jeti DC16/DS26

 

Fazit:

Der Aufwand für die Teilnahme an einer WM, in einem knapp 8.000 km entfernten Land, ist beträchtlich. Auch wenn der Veranstalter die Logistik für den Modelltransport übernimmt, so bleibt für die Teilnehmer und den Team Manager noch genug zu tun mit Kistenbau, Zolldeklaration und Abstimmung mit der Spedition. Nachdem die Modelle bereits auf ihrer Reise nach Rongcheng sind und auch die Teilnehmer alles für die Reise geregelt haben, ist die Anspannung etwas abgefallen und alle freuen sich auf die Reise nach China.

 

Weiterführende Infos zur WM:

Website des Veranstalters: http://www.jwm2019.net/

Video von Hermann Berger auf der JWM2017: https://www.youtube.com/watch?v=mHOedyUlhBw